Großdemonstration für Gebärdensprache

Am 14. Juni 2013 gingen in Berlin 12.000 Menschen auf die Straße, um gegen die Benachteiligung tauber Menschen und für die vollständige Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache zu demonstrieren.
Die vom Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. initiierte Aktion war damit die bisher größte Demonstration Gehörloser, ungeschlagen selbst von der Demonstration in Köln 2008 für 100 % Untertitelung im Fernsehen mit 7.000 Teilnehmenden.

Unter dem Motto „Gebärdensprache macht stark“ forderten die Demonstrant_innen kreativ und deutlich sichtbar die uneingeschränkte Nutzung der Deutschen Gebärdensprache in allen Lebenslagen. Inklusion ist leider nicht selbstverständlich und trotz der Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache sind viele Maßnahmen noch in den Kinderschuhen, die eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen würden.

Es gibt nach wie vor keinen flächendeckenden bilingualen Unterricht und viele Lehrkräfte an Förderschulen beherrschen kaum DGS. Für taube Kinder ist dadurch kein Zugang zu gleichwertiger Bildung gewährt. Die BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen und unser Direktkandidat für Mitte, Özcan Mutlu, waren vertreten, um zu zeigen, dass Inklusion nicht nur als Anspruch in unserem Wahlprogramm steht. Anstelle der gewünschten Verbesserung, hat die Gebärdensprachgemeinschaft nun von einem weiteren Rückschritt erfahren. Phönix hat angekündigt, die Nachrichten mit GebärdensprachdolmetscherInnen abzuschaffen.

Ein solches Vorgehen ist nicht akzeptabel. Menschen mit Behinderung müssen sich seit dem 01.01.2013 an den Rundfunkgebühren beteiligen. Der Grund war die versprochene Ausweitung der Zugänglichkeit des Mediums für Menschen mit Behinderung.

Stattdessen wird die einzige Möglichkeit Gebärdensprache im Fernsehen zu sehen abgeschafft. Für ein Europa mit dem Anspruch inklusiv zu werden, ist das ein Skandal.

Martin Zierold für die Fraktion

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