Der Eigentümer hat dem Obdachlosenheim Alt-Moabit 105 zum Jahresende gekündigt und plant die Immobilie hochwertig zu sanieren. Nachdem das Interessenbekundungsverfahren des Bezirksamts erfolglos verlaufen ist, sollen mehr als 130 Bewohnerinnen und Bewohner zum Jahreswechsel ihr Dach über dem Kopf verlieren. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte stellt in der nächsten Sitzung am 17. November einen Antrag, in dem sie das Bezirksamt dazu auffordert, alle rechtlichen Mittel für die Sicherung der Unterkunft auszuschöpfen.
„Wir müssen alles dafür tun, dass bedürftige Menschen nicht aus unserem Bezirk vertrieben werden“, sagt TAYLAN KURT, der sozialpolitische Sprecher der Fraktion. „Die Situation auf dem Wohnungsmarkt lässt es nicht mehr zu, für eine geschlossene Obdachlosenunterkunft eine neue zu eröffnen. Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Das Bezirksamt muss daher auch die Beschlagnahme der Immobilie prüfen, um die absehbare Obdachlosigkeit der BewohnerInnen zu verhindern.“
Tausende von Menschen leben in Berlin auf der Straße. Insbesondere im Winter sind sie auf Orte angewiesen, an denen sie etwas Schutz vor dem Berliner Winter bekommen können. Seit dem 1.11. ist die Berliner Kältehilfe zum 27. Mal auf den Straßen Berlins unterwegs. Es fehlen in diesem Winter 100 Schlafplätze. An Spitzentagen nutzen im letzten Winter mehr als 800 Menschen Schlafplätze in ganz Berlin.

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