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Damit mehr Zeit zum Leben bleibt – Maßnahmen zur Reduzierung der Bearbeitungszeit von Wohngeldanträgen

Taylan Kurt, Foto: Johannes SchneiderDer Bezirk Mitte benötigt zur Bearbeitung von Wohngeldanträgen erheblich mehr Zeit als vergleichbare Bezirke. Dies geht aus einer schriftlichen Anfrage aus dem Abgeordnetenhaus von Berlin hervor. Zum Beispiel dauerte in den Jahren 2014 und 2016 die Bearbeitung fast doppelt so lange im Vergleich zu Friedrichshain-Kreuzberg, obwohl gleichzeitig die doppelte Anzahl an Mitarbeiter*innen hierfür zur Verfügung stand. Dazu sagt der sozialpolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte, TAYLAN KURT:

„Für einkommensschwache Haushalte ist es unzumutbar, bis zu 15 Wochen auf das Wohngeld zu warten. Wir haben in Mitte in der Wohngeldstelle kein Personal-, sondern ein Organisationsproblem. Unsere Fraktion erwartet, dass das Bezirksamt zügig Maßnahmen einleitet, um die Bearbeitungsdauer mindestens zu halbieren.“

Konkret schlägt unsere Fraktion folgende Maßnahmen vor:

  1. Organisation und Vereinheitlichung der Arbeitsabläufe: Die Bearbeitung soll in einem Backoffice stattfinden und offene Sprechstunden sollen nur eingesetzt werden, wenn die Bearbeitungsdauer nachweislich kürzer ist. Zudem soll mit den Wohngeldämtern in Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg erörtert werden, welche gut laufenden Maßnahmen in Mitte übernommen werden könnten.
  2. Hilfen für Antragssteller*innen: Wiederkehrende Missverständnisse sollen in leichter Sprache in einem Beiblatt erklärt werden.
  3. Personalentwicklung: Das Bezirksamt soll Maßnahmen ergreifen, die das Arbeitsklima verbessert, dem Krankenstand der Mitarbeiter*innen entgegenwirkt, und Weiterbildungen fördern.
  4. Klärungsprozesse wegen unklarer Datenlage: Zu Nachfragen aus dem Amt wegen Unklarheiten im Antrag sollen Antragssteller*innen per E-Mail oder telefonisch Auskunft geben können.

„Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, wie einkommensschwache Haushalte am Kühlschrank sparen, um die Miete zu bezahlen. Was andere Bezirke können, kann Mitte auch – eine zügige Bearbeitungszeit muss möglich sein“, sagt TAYLAN KURT.

Weiterführende Informationen

>> Antrag „Beschleunigung der Bearbeitung von Wohngeldanträgen“

>> Schriftliche Anfrage aus dem Abgeordnetenhaus und Antwort des Senats: „Bearbeitungszeiten bei Anträgen auf Wohngeld und Wohnberechtigungsscheine“

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