Gedenkstele im „Afrikanischen Viertel“ im Wedding falsch aufgestellt

Diskriminierende Wirkung sofort korrigieren!

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte kritisiert scharf die Art der Aufstellung der Informations- und Gedenkstele zum „Afrikanischen Viertel“ im Wedding. Die Stele, die, einem Beschluss der BVV folgend, über die Geschichte der Straßennamen im „Afrikanischen Viertel“ in Wedding informieren soll, ist am 08.06.2012 unter großem öffentlichen Interesse eingeweiht worden.

Dabei stellte sich heraus, dass sie falsch aufgestellt wurde: Eine der beiden Text-Tafeln, die der afrikanischen Community, ist kaum wahrnehmbar.

Die Stele zeigt zwei Texte zur deutschen Kolonialgeschichte und den kolonialen Verbrechen. Auf einer Seite ist der Text abgedruckt, den die BVV Mitte verabschiedet hat. Auf der zweiten Seite ist ein Text aus der Sicht der afrikanischen Community zu lesen. Beide Texte haben den gleichen Rang.

Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke (SPD) zeichnet allein für die Aufstellung verantwortlich („Chefsache“). Ohne Einbeziehung des Fachressorts stellte er die Stele an der Müller- Ecke Otawiestraße so auf, dass die Seite mit dem BVV-Text als „Schauseite“ nach vorn gut sichtbar steht.

Die Seite mit dem Text der afrikanischen Gruppen, die über Jahre den Prozess der Bewusstwerdung über die Geschichte des Afrikanischen Viertels vorantrieben, ist (bewusst?) nach hinten abgewandt, weg vom Strom der PassantInnen.

Dazu Ferhad Ahma, kulturpolitischer Sprecher der bündnisgrünen Fraktion: „Eine solche Hierarchisierung war nie die Absicht aller Beteiligten, die an dem jahrelangen Diskussionsprozess beteiligt waren. Wir fordern die umgehende Korrektur der Aufstellung. In diesem Zusammenhang weisen wir ausdrücklich auf die Notwendigkeit der Einbeziehung der NGOs im Afrikanischen viertel in die Entscheidungsfindung hin. Die Stele muss beide Seiten der Geschichte, die hier zu lesen sind, gleichberechtigt der Öffentlichkeit vorstellen. Ob nun die beauftragende Stelle im Bezirksamt oder die beauftragte Baufirma die Schuld tragen, wird noch zu prüfen sein. Eine umgehende Korrektur im Sinne des Auftrages der BVV ist sofort zu veranlassen.“

Kontakt: Ferhad Ahma, kulturpolitischer Sprecher

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