Freiheit für Maxi und Schnute?

Update 22.11.2012:

„Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, so ähnlich lautete die Argumentation des Bezirksamtes im jahrelangen Streit um eine Umsiedlung der Berliner Stadtbärinnen in eine artgerechte Altersresidenz.

Maxi und Schnute, die mit ihren 26 bzw. 31 Jahren noch einige Jahre vor sich haben (in Gefangenschaft können Braunbären bis zu 50 Jahre alt werden), fristen zur Zeit ihr Dasein in einem anachronistischen Zwinger aus dem Jahre 1938 ohne nennenswerte Rückzugsmöglichkeiten gegen Lärm oder unsachgemäße Fütterung.

Für Tiere, die in freier Wildbahn als weitestgehende Einzelgänger ein Revier von mehreren hundert Quadratkilometern durchstreifen ist die nächtliche Unterbringung in kleinen Boxen, ohne Möglichkeit, sich zur Winterruhe einzugraben, inmitten einer pulsierenden Großstadt alles andere als optimal.

Angesichts klammer Bezirkskassen stellen wir uns die Frage, ob man diese Tiere nicht in eine angemessenere Umgebung umsiedelt und damit jedes Jahr einen hohen fünfstelligen Betrag für andere Zwecke verwenden kann.

Zwei namenhafte Bärenparks, die langjährige Erfahrung in der Umsiedlung alter und kranker Tiere haben, haben sich bereit erklärt, Maxi und Schnute einen bärengerechten Lebensabend zu bieten.

Zu diesem Zweck hat unsere Fraktion im Hauptausschuss am 21.11. einen entsprechenden Antrag eingebracht, der eine Umsiedlung der Bären zum Ziel hat und dafür mehr Geld im Bereich der Jugendangebote vorsieht. Wir bedauern, dass die Fraktionen der SDP und CDU nicht bereit waren, schon im Rahmen der Haushaltsberatungen Nägel mit Köpfen zu machen. Wir werden den Antrag aufrecht erhalten und in der BVV am 22.11.2012 zur Abstimmung stellen.

Wir hoffen, dass der Bezirk Mitte so einen weiteren Schritt in Richtung einer tierfreundlichen, modernen Politik wagt, von der am Ende sogar die Kinder und Jugendlichen profitieren.

Franziska Briest für die Fraktion
Abbildung mit freundlicher Genehmigung von ©VIER PFOTEN

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