Bündnisgrüner Besuch in der neuen Müllerhalle

Auf Einladung der Einzelhandelskette Kaufland als Gebäudeeigentümerin der neuen Müllerhalle in der nördlichen Müllerstraße haben VertreterInnen der bündnisgrünen BVV-Fraktion die vor einigen Wochen neu eröffnete Müllerhalle besucht und gemeinsam mit weiteren VertreterInnen aus Reihen der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte und dem Bezirksamt an einem Rundgang durch das Gebäude teilgenommen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmenden wurde die gegenwärtige wirtschaftliche Nutzung der neuen Müllerhalle durch die Filialleiterin, Frau Dornbrach, sowie der diesbezüglich für Expansionspläne von Kaufland zuständigen Mitarbeiterin, Frau Cömertbay, mittels eines Rundgangs vorgestellt. So erfuhren wir, dass neben Kaufland als Ankermieterin der neuen Müllerhalle diverse kleinteilige ergänzende Nutzungen im Gebäude vorhanden sind, wovon ein Großteil zu den bisherigen MieterInnen der ehemaligen Müllerhalle gehörten und nun weiterhin an diesem Standort vertreten sein können. Zu nennen seien hier u.a. der McPaper, das Lotto-Toto-Geschäft sowie die Bäckerei.

Kaufland befindet sich erwartungsgemäß in einem starken Wettbewerb zu den weiteren Lebensmittelmärkten in der Müllerstraße und versucht durch eine sehr breite Angebotspalette und eine hohe Angebotstiefe möglichst viele potenzielle KundInnen im gesamten Wedding und dem südlichen Reinickendorf anzusprechen. Dergestalt sind neben Waren zu Discountpreisen auch diverse höherpreisige Waren in den Regalen vorzufinden. Auch bietet Kaufland Waren aus ökologisch nachhaltiger Produktion, regionale Produkte sowie solche aus Fair-Trade-Produktionen feil.

Die Müllerstraße als Haupteinkaufsstraße des Weddings ist gezeichnet durch eine Fülle an Lebensmittelgeschäften und Einkaufszentren. Nach Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs befindet sich der ehemalige „Kudamm des Nordens“ in einer Umbruchphase; die Krise der klassischen Shoppingcenter begründet neue wirtschaftliche Nutzungen von Gebäuden und auch der Zuzug neuer Bevölkerungsmilieus in an die Müllerstraße angrenzende Kieze führt zu einem veränderten Einkaufsverhalten der KundInnen. Zwecks Unterstützung der Müllerstraße in dieser wirtschaftlichen Umbruchphase wurde vor einigen Jahren die Förderkulisse „Aktive Stadtzentren“ an der Müllerstraße eingerichtet, welche mit diversen Maßnahmen die Müllerstraße wirtschaftlich sowie baulich aufwerten soll. Durch privatwirtschaftliche Maßnahmen, wie dem Bau der neuen Müllerhalle, wird diese Entwicklung flankiert.

Trotz des hohen Wettbewerbs im Lebensmitteleinzelhandel kommt erfreulicherweise auch das soziale wie ökologische Engagement von Kaufland nicht zu kurz, was uns als Bündnisgrüne besonders positiv gestimmt hat: Neben einem internen Mindestlohn von 10,74 € pro Stunde handelt es sich bei der Mehrzahl der 100 MitarbeiterInnen um langjährig Beschäftigte aus anderen Berliner Kauflandfilialen; auch werden stetig neue MitarbeiterInnen ausgebildet. Insbesondere zu nennen ist jedoch das Energiekonzept dieses neuen Lebensmittelmarktes, welches die Abwärme aus den Tiefkühlregalen nutzt, um damit die Fußbodenheizung durchgängig auf ca. 22 Grad zu beheizen. So reduziert Kaufland nicht nur unnötige Einkaufkosten zur Beheizung seines Marktes, sondern nutzt auch überschüssige Abwärme effektiver als andere Lebensmittelketten in Berlin. Hierdurch können große Mengen an CO 2 eingespart werden. Erwartungsgemäß konnten im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Müllerhalle Nutzungskonflikte mit MieterInnen umliegender Wohnhäuser leider nicht vermieden werden. Wir haben uns deshalb schon vor der Fertigstellung der neuen Müllerhalle im Rahmen eines BVV-Antrags an das Bezirksamt darum bemüht, Nutzungskonflikte des öffentlichen Raums durch neu entstandene Verschattungen so gering wie möglich zu halten und diese im Interesse der BewohnerInnen der Kongostraße zu reduzieren.

Schließlich werden wir als Bündnisgrüne die Entwicklung der neuen Müllerhalle im Interesse des Einzelhandels vor Ort, der Beschäftigten und der BewohnerInnen des Weddings konstruktiv begleiten.

Taylan Kurt, Bürgerdeputierter im Wirtschaftsausschuss der BVV Mitte

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