Bärenzwinger am Köllnischen Park – Umbauplanungen ohne Gegenfinanzierung

In der BVV-Sitzung vom 20. März 2014 beschlossen CDU und SPD, den kostspieligen Umbau des Bärenzwingers im Köllnischen Park ohne zugesicherte Gegenfinanzierung zügig voran treiben zu wollen. Dies sieht die bündnisgrüne Fraktion äußerst kritisch. „Die beste Lösung für Schnute wäre immer noch die Umsiedlung, raus aus dem Betongehege“, erklärt Fraktionssprecherin Franziska Briest. Nachdem eine Expertenkommission die Umsiedelung der Bärin aufgrund des guten Allgemeinzustandes für möglich erklärt hatte, wollen SPD und CDU statt dessen umfangreiche und teure bauliche Änderungen am denkmalgeschützten Gehege vornehmen. Aus welchem Topf der Umbau des Zwingers bezahlt werden soll und ob die angestrebte Bettelei beim Senat Erfolg haben wird, ist dabei noch völlig offen. Nachdem die rot-schwarze Mehrheit in der BVV im November einen bündnisgrünen Antrag abgelehnt hatte, keine Wildtiere mehr durch den Bezirk anschaffen zu lassen, befürchtet die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, dass ein teurer Umbau dazu einlädt, nach Schnutes Tod das nächste bedauernswerte Geschöpf dort anzusiedeln.

Franziska Briest weiter: „Die Zählgemeinschaft setzt in einem finanziell ausgeblutetem Bezirk vollkommen falsche Prioritäten: während Mitte in das dritte Jahr der Haushaltssperre schlittert, Jugendverkehrsschulen das rote Stoppschild droht und es SeniorInnen-Einrichtungen durch die Dächer regnet, leisten sich SPD und CDU den Unterhalt eines Tieres, das jährlich Kosten in Höhe von knapp 100.000 Euro verursacht. Und weil man nun ein schlechtes Tierschutzgewissen hat, will man dem Tier auf seine letzten Jahre auch noch den Käfig vergolden. Hier werden politisch falsche Entscheidungen teuer durch die SteuerzahlerInnen zu tragen sein. Und ob jemals eine Köpenickerin oder ein Spandauer extra nach Mitte fahren wird, um einen traurigen Bären als ,gesamtstädtische‘ Attraktion zu besuchen, bleibt nun wirklich überaus zweifelhaft.“

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