Körperwelten-Ausstellung am Fernsehturm: Grüne gegen Verbot

Der angekündigte Verbots-Beschluss des Bezirksamtes Mitte, das Körperwelten-Museum des Plastinators Gunther von Hagens am Berliner Fernsehturm nicht zu genehmigen, wird von der bündnisgrünen Fraktion im Bezirk kritisiert. Auf einer Fläche von rund 1200 qm am Fuße des Fernsehturms will von Hagens seine Plastinate-Ausstellung rund um den menschlichen Körper als Dauerausstellung zeigen.

„Wir haben Verständnis für die Gefühle von Menschen, die solch eine Ausstellung nicht sehen wollen. Aber es gibt auch Bürgerinnen und Bürgern, die sich für einen Besuch der Körperwelten aussprechen. Wir sollten daher bewusst den Menschen die Freiheit überlassen, selbst über einen Besuch zu entscheiden“, erklärt Franziska Briest, Fraktionssprecherin der Grünen.

Sie kritisiert weiter, dass über die Verbotspläne weder die Bezirksverordnetenversammlung Mitte noch der zuständige Fachausschuss informiert wurden. Vielmehr kommunizierte das Bezirksamt ausschliesslich über die Presse.

„Für uns hat es den Anschein, ob sich SPD und CDU im Bezirksamt vor komplizierten Debatten in ihren eigenen Parteien fürchten und sich deshalb zum Moralapostel aufschwingen. Es spricht aus unserer Sicht mehr dafür als dagegen, gerade umstrittenen Ausstellungen in Berlin eine Plattform zu geben und unabhängig von individuellen Empfindungen die Freiheit der Kunst als hohes Gut zu stärken. Wir Grüne setzen voll und ganz darauf, dass der mündige Bürger am Ende selbst entscheidet“, so Briest.

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