Schallende Ohrfeige für das Stellengemauschel des Bezirksbürgermeisters

Seit mehr als 18 Monaten ist die Leitung der bezirklichen Serviceeinheit Personal und Finanzen nicht mehr besetzt. Ein unhaltbarer Zustand für einen Konsolidierungsbezirk und angesichts eines Haushaltes von über 800 Mio. Euro und mehr als 2.000 Beschäftigten. Erst verschleppte der Bezirksbürgermeister Dr. Hanke das Verfahren – Ausschreibung fünf Monate nach Weggang des Amtsinhabers, Bewerbungsgespräche 8 (!) Monate nach der Stellenausschreibung – und dann fanden sich wegen der berlinunüblichen Abwertung der Stelle auf A 15 keine geeigneten BewerberInnen. Nach einer weiteren Pause von drei  Monaten wollte er jetzt diese Stelle nicht mehr ausschreiben, sondern intern über ein Interessenbekundungsverfahren vergeben – gern auch an Beschäftigte des gehobenen Dienstes, um „den Bewerberkreis zu erweitern“. Doch allen war klar, dass dieses als Personalentwicklung getarnte Vorgehen nur dazu diente, Beschäftigten aus seinem direkten Umfeld eine Chance auf eine hochdotierte Stelle zu verschaffen. Auf Initiative der bündnisgrünen Fraktion lehnte die BVV ein solch intransparentes und fachlich fahrlässiges Stellengemauschel ab. Einstimmig (!) forderte die BVV den Bezirksbürgermeister auf, die Stelle bis März mit der von der BVV festgelegten Dotierung auszuschreiben. Ob angesichts dieser  Vorgeschichte und der diesbezüglichen Reputation des Bezirksbürgermeisters aber überhaupt das für den Bezirk so wichtige qualifizierte Personal zu gewinnen ist, bleibt fraglich.

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