Gege Lärm und für Bahnzukunft

Sabine Weißler: Nach wie vor gibt es keinen Masterplan zur dauerhaften Reduktion des Bahnlärms auf der Stadtbahn. Die Bahn ist hier nicht gesetzlich verpflichtet, da es sich nicht um neue Strecken handelt. Um Argumente zu versachlichen ist dringend die Erhebung von belastbaren Daten erforderlich und zwar Daten, die den Lärm dort messen, wo er gehört wird und nicht nur „am Gleis“. Daran arbeiten wir.

Aber der Bahnverkehr macht natürlich nicht an den deutschen Grenzen halt. Die Bahn ist ein globales Verkehrsmittel. Über deren Entwicklung oder genauer die vielen Entwicklungshindernisse informierte auf Einladung von Prof. Dr. Markus Hecht, TU, Michael Cramer, Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament am 11. Mai in der Technischen Universität.

Die Bahn ist das umweltverträglichste Verkehrsmittel, trotzdem wird sie nur unangemessen und schlecht gefördert und nationale Normen, die irrational verteidigt werden, verhindern eine wirtschaftlich vernünftige und umweltpolitisch dringliche Expansion des internationen Bahnverkehrs. Im Gegenteil: Verbindungen nach Polen wurden eingestellt, gerade auch in die zukünftige Kulturstadt Europa Breslau.

Am Rande gab es bei einem Empfang die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Lärmexperten. Im Zentrum der gegenwärtigen Aktionen und Verhandlungen, an denen auch Michael Cramer beteiligt ist, steht natürlich die Rheinstrecke. Die BIN ist ein Zusammenschluss von Bürgerinitiativen gegen den Lärm, einer ihrer Vertreter ist Gerd Kirchhoff. Es waren interessante Gespräche über Zielsetzungen und Verhandlungsführung anderer Initiativen mit ähnlichen Problemen wie an der Stadtbahn.

Sabine Weißler, Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz

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