Green meets Startups

Green meets Startups

Green meets Start-Ups: Spannender Austausch bei vollem Saal

Die Mitgliederversammlung am 26. Mai im BVV-Saal im Rathaus Tiergarten stand unter dem Motto „Green meets Start-Ups“. Ziel der Diskussion war, mehr über die Start-Up-Szene in Berlin zu erfahren und Schlüsse für die politische Arbeit zu ziehen. Bei diesem spannenden Abend wurden der Titel „Silicon Valley von Europa“ für unseren Bezirk diskutiert, über Herausforderungen bei Gründungen sowie Wachstum und Innovation ausgetauscht, die Verbindung mit Ökologie und Klimaschutz angeschnitten, sowie staatliche Unterstützung und Ratschläge für die Berliner Politik formuliert.

Nachdem die parteiinternen Tagesordnungspunkte abgehandelt wurden, baten die ModeratorInnen Alexandra Kohl und Lucas Gerrits aus dem Vorstand die Podiumsgäste nach vorne. Für die Diskussion konnten wir Lukas Kampfmann von Factory Berlin (Größtes Gründerzentrum Deutschlands mit Sitz in Berlin-Mitte) und David Holetzk von Table of Visions (Crowdfunding Start-Up aus Berlin-Mitte) als Vertreter aus der Start-Up-Szene und -Praxis sowie Ramona Pop als Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus als Vertreterin der Politik in Berlin gewinnen.

Interessante Diskussionsrunde bei Green meets Startups

Die interessante Diskussionsrunde ber der MV. (Foto: Molina Gosch)

Anhand eines Input-Referates erklärte Lucas aus dem Vorstand zu Beginn, wie Start-Ups definiert sind, dass sie vor allem im Digitalen Sektor anzufinden sind und die meisten Start-Ups ihren Mittelpunkt um den Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte haben. Anschließend folgte die Entwicklung in Deutschland und Berlin: Laut Studien von McKinsey und der Investitionsbank Berlin sollen in den nächsten fünf Jahren bis zu 17.000 neue Start-Ups in Berlin gegründet werden und damit – laut Prognosen – bis zu 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Die anschließende Diskussion erfolgte in einem Frage- und Diskussionsformat. Die Diskussion war dabei in die Themenfelder „Eure Geschichte“, „Berlin-Mitte – das neue „Silicon Valley“ Europas?“, „Wachstum & Innovation“ und „Politische Änderungen“ gegliedert.

Volles Haus bei Green meets Startups

Volles Haus bei Green meets Startups (Foto: Molina Gosch)

David berichtete wie Table of Visions gegründet wurde und was es für ein Gefühl war, das erste 100.000 € Angebot für sein Start-Ups zu bekommen, um dann entscheiden zu müssen, ob man dieses Angebot annehmen oder erstmal sein Start-Up selbst weiter aufbauen soll. Außerdem beklagte er die bürokratischen Hürden für GründerInnen und warb er für eine besseres Verständnis für das Scheitern von Geschäftsideen, welches in Deutschland noch fehle.

Lukas erzählte, dass Factory Berlin den Start-Ups ein Zuhause bieten will, um den Einstieg in den Markt zu erleichtern. Da eine Unternehmensgründung in Deutschland eine sehr komplizierte Angelegenheit sei, wolle das Gründerzentrum den Start-Ups in der ersten Phase zur Seite stehen und dabei auch eine Brücke zwischen herkömmlichen Firmen (der sogenannten old economy) und Start-Ups aufbauen. Für ihn ist das Lebensumfeld Berlins der wesentliche positive Standortfaktor, der die jungen UnternehmerInnen nach Berlin zieht und für Innovationskraft sorgt.

Green meets Startups

Green meets Startups (Foto: Molina Gosch)

Ramona berichtete von den Möglichkeiten, die Politik für Start-Ups leisten kann und wies auf die große Herausforderung der Digitalisierung der Industrie hin, die in Zukunft ansteht und bei der Berlin eine große Rolle in Europa spielen kann und sollte. Die Diskussion kam dabei auch auf das wichtige Thema Mieten zu sprechen. Denn darauf kann die Politik, wenn sie will, Einfluss nehmen und so dafür sorgen und sicherstellen, dass Start-Ups sich weiterhin in Berlin ansiedeln. Denn wie Ramona erläuterte, verfügt Berlin über eine sehr hohe kulturelle Vielfalt und Lebensqualität, die junge Start-Up-UnternehmerInnen nach Berlin ziehen. In der weiteren Diskussion stellte sich zum Beispiel heraus, dass beispielsweise in London die Mietpreise für Start-Ups bereits viel zu hoch sind.

Im weiteren Verlauf der Diskussion lauschte der volle Saal den Ausführungen der DiskutantInnen zum Thema Mindestlohn, staatlicher Unterstützung für die Gründung von Start-Ups, ökologische Aspekte von Start-Ups, Zukunftsaussichten der Branche (selbstfahrende Autos, 3D-Drucker) und der noch fehlenden Investitions- und Gründermentalität, wie sie in den USA bereits vorhanden sei. Dort werde man durch ein Scheitern nicht als VersagerIn abgestempelt, sondern sammelt lediglich mehr Erfahrungen, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Durch den Austausch wurden uns Grünen folgende Punkte für unsere politische Arbeit mitgegeben:

– Die positiven Standortfaktoren wie bezahlbare Mieten und Clubkultur in Berlin erhalten
– Gründungen und Anfangsjahre erleichtern, bspw. durch eine Gründersozialkasse analog zur Künstlersozialkasse
– Unternehmerisches Denken und Handeln in den Bildungseinrichtungen und bei älteren Menschen fördern
– Bürokratieabbau
– Cannabis legalisieren (Zitat aus der Diskussion)

An diesem Abend stellten wir gemeinsam fest: Die Lebensqualität in unserem Bezirk ist ein grundlegender Standortfaktor, weshalb so viele junge UnternehmerInnen nach Berlin-Mitte kommen und ihre Geschäftsidee verwirklichen wollen. Die Lebensqualität aufrechtzuerhalten und damit Innovation und Wachstum, gerade in Verbindung mit Ökologie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit, zu fördern, ist Ziel unserer politischen Arbeit. Dafür wollen wir auch weiterhin mit der Start-Up-Szene in Kontakt und im Austausch bleiben.

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