Bezirksstadträtin Sabine Weißler zum erfolgreichen Abschluss des Projektes „Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel“

Drei Jahre lang – von 2013 bis 2015 – beschäftigte sich das Amt für Weiterbildung und Kultur im Bezirk Mitte mit dem Afrikanischen Viertel und seiner kolonialgeschichtlichen Vergangenheit, um – wie es die Bezirksverordnetenversammlung Mitte 2011 forderte, „einen Prozess einzuleiten, das Afrikanische Viertel zu einem Lern- und Erinnerungsort“ werden zu lassen.

Die Besonderheit dieses Projekts lag darin, dass erstmals und konsequent eine Schwarze Perspektive eingenommen wurde: Schwarze Experten und Initiativen übernahmen in allen Projektteilen die Federführung. Dekolonialisierung sollte Ziel und Weg zugleich sein.

Es entstanden unter anderem:

Eine Schwarze Bibliothek am Rande des Afrikanischen Viertels.

Durch Unterstützung und mit Mitteln des Projekts Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel konnte ein Ort der Begegnung und des Lernens eröffnet werden. Die Schwarze Bibliothek des Vereins EOTO e.V. umfasst Werke der Geschichte und Gegenwart Schwarzer Autor_innen des afrikanischen Kontinents und entwickelte sich zum Bildungs- und Empowerment-Projekt im Kiez. Der Verein hat über die Projektzeit hinaus eine Finanzierung seitens des Berliner Senats erhalten.

Eine mobile Webseite zum Afrikanischen Viertel erzählt die Geschichte, die hinter der Benennung der 22 Straßen des Afrikanischen Viertels in Berlin Mitte steht. Zum Nachlesen, aber auch mit vielen interessanten Audiodateien und Bildern. Hier können sich Anwohner_innen und Besucher_innen umfassend vor Ort oder von zu Hause aus zum Thema informieren.

Die Möwensee-Grundschule in Schwarzer Hand: Im Sommer 2014 wurde der Unterricht dieser, inmitten des Afrikanischen Viertels gelegenen Grundschule, eine Woche lang komplett von Schwarzen Pädagoginnen und Pädagogen, Historiker_inen, Soziologinnen und Künstlerinnen aus verschiedenen Bereichen übernommen. Im Mittelpunkt dieses Modellprojekts standen die Themen Afrika und das Afrikanische Viertel. In Zukunft wird es darum gehen, diese Themen über die Bildungsverbünde in die Breite zu tragen.

In Workshops und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Experten wurde ein „Rassismuskritischer Leitfaden zur Reflexion bestehender und Erstellung neuer didaktischer Lehr- und Lernmaterialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu Schwarzsein, Afrika und afrikanische Diaspora“ erstellt. Ein Anstoß zur Diskussion für zukünftige Projekte dieser Art.

Das Projekt wurde mit Mitteln aus dem Programm AktionsraumPlus (Soziale Stadt) über drei Jahre mit einem Gesamtbetrag von 115.000 € gefördert.

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