Beschluss des Kreisverbandes zum Checkpoint Charlie

Der Checkpoint Charlie braucht Raum für Tourist*innen und Berliner*innen statt für finanzielle Verwertung durch Investor*innen

Die Mitgliederversammlung des Kreisverbands Mitte beschließt am 11.12.2018:

Der Checkpoint Charlie ist ein ganz besonderer Ort an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Am ehemaligen Grenzübergang Friedrichstraße standen sich die Panzer von Ost und West gegenüber. Der Tod von Peter Fechter ganz in der Nähe gehört zu den tragischen Geschehnissen der deutsch-deutschen Geschichte. Damit ist dieser Ort weltberühmt geworden und wird deshalb noch heute tagtäglich von Touristen besucht. Ein großer Teil ist fast 30 Jahre nachdem Mauerfall immer noch Freifläche.

Mit der anstehenden Entwicklung und dem B-Plan-Verfahren ist deshalb die historisch einmalige Chance verbunden, an diesem Ort der jüngeren Geschichte ein würdiges und dauerhaftes Gedenken am ehemaligen Grenzübergang und eine funktionierende Infrastruktur auch für Berliner*innen zu schaffen.

Der Kreisverband Mitte unterstützt die Planungen auf dem westlichen Grundstück eine große Freifläche an der Kreuzung Zimmerstraße/Friedrichstraße vor der Brandwand des Hauses Mauerstraße 93 („Haus deutscher Stiftungen“) zu erhalten und geförderten Wohnungsbau zu schaffen.

Es braucht dort ein Museum für Berlin, das die besondere Berliner und deutsche Geschichte der Nachkriegszeit informativ und wissenschaftlich behandelt. Das Museum muss für die Zukunft und ohne zeitliche Begrenzung gesichert sein. Deshalb wollen wir, dass das Museum und das dazugehörige Grundstück Eigentum des Landes Berlin oder des Bezirks Mitte werden. Für das Museum am besten geeignet ist das östliche Grundstück am Checkpoint Charlie. Mit einem freistehenden Gebäude kann die vollständige Brandwand und beträchtliche Teile der Freifläche erhalten werden und so dem Denkmalschutz sinnvoll Rechnung getragen werden. Ein größerer Teil der Ausstellungsfläche oberhalb des Kellergeschoßes kann mit Panoramafenstern die direkte Sichtbeziehung zwischen historischen Objekten und der Gegenwart herstellen. Auf diese Weise werden an diesem berühmten Grenzübergang Gedenken und Erinnerungskultur installiert, die diesen Ort der Berliner und der deutschen Geschichte direkt erfahrbar machen.

Bei einer Hotelnutzung – der wir kritisch gegenüberstehen – wären die unterschiedlichen Funktionen nicht sinnvoll und funktionierend über den Bereich verteilt und eine Übernutzung sowohl des Grundstücks als auch der Schützenstraße nicht zu verhindern. Für An- und Abreise- sowie Lieferverkehr eines Hotels müsste außerdem eine ausreichende Fläche auf dem Grundstück selbst freigehalten werden.

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