Stadtentwicklung am Alexanderplatz

Auf Einladung des Kreisverbands Berlin-Mitte berichteten und diskutierten am 29.06.2020 Daniela Billig MdA, Frank Bertermann (BVV Mitte) und Leonie Lynen (ZUsammenKUNFT) über die Stadtentwicklung am Alexanderplatz. Moderation: Nils-Eyk Zimmermann (Kreisvorstand).

Haus der Statistik

Leonie Lynen stellte die Planungen und Prozessschritte vor. Das Herz dieser Planung ist Koop 5, die Planungsgemeinschaft aus Politik, Zivilgesellschaft und landeseigenen Unternehmen. Sie müssen dem Wohnungsbau (WBM Mitte), der (stadt-)kulturelle Nutzung (ZUsammenKUNFT) und Büroflächen bzw. neues Rathaus Berlin-Mitte (Bezirksamt Mitte) Rechnung tragen. Auch die Freiraumplanung ist dabei wichtig. Sie soll auf die klimatischen Erfordernisse und die Bedürfnisse von Nutzer*innen und Anwohner*innen reagieren. Leonie Lynen von der Intitiative Haus der Statistik hob hervor: „Wir planen mit der Zivilgesellschaft. Unsere Pioniernutzungen, die Projekte, Organisationen und Ergebnisse, begreifen wir als Teil des Prozesses und als Entwicklungspartner.“

https://www.hausderstatistik.org


Frank Bertermann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der BVV Mitte, wies auf die Bedeutung des Projekts für Mitte insgesamt hin: „Das Areal um das Haus der Statistik ist eine große Chance für Mitte, deshalb war Bündnis 90/Die Grünen von Anfang an für das Projekt. Mit der Idee, das neue Rathaus bis 2029 mit dem höchstmöglichen Anteil von nachwachsenden Rohstoffen, insbesondere Holz, zu errichten, können wir als Bezirk einen Maßstab setzen.“ Am 20. August 2020 wird die Bezirksverordnetenversammlung hierzu entscheiden.

BVV-Antrag: Mittes Rathaus der Zukunft ist aus Holz

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen: Aktuelle Planungen am Alexanderplatz


Hochhausleitbild und aktuelle Hochhausplanungen

Daniela Billig MdA, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus, führte in die Planungen auf dem Alexanderplatz und in das Hochhausleitbild Berlins ein. Insgesamt fordert sie eine Debatte über Baukultur und Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit ist Teil des Kriterienkatalogs des Hochhausleitbilds, aber das muss deutlich konkreter werden.“ Instrumente können städtebauliche Vereinbarungen, Bebauuungspläne und auch Druck aus der Politik in Bezirk und Land sowie aus der Stadtgesellschaft sein. Wenn auch „beim Unterhalt von Gebäuden die Ohren offener“ seien, gäbe es in Sachen Baukultur und Nachhaltigkeit viel Potenzial für Veränderung.

Hochhausleitbild Berlin


Molkenmarkt

Zu den Planungen am Molkenmarkt bekräftigen Bertermann und Billig die Kritik der bündnisgrünen Fraktionssprecherin Antje Kapek von 2016: Die Breite der Straßenführung trennt das neue Viertel vom Umfeld und insbesondere ist die Chance vertan, die Möglichkeiten des Baugesetzbuchs zu nutzen, um etwa ausreichend mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum zu schaffen, so wie man man das heute unter R2G machen würde. Wichtig ist uns Grünen zudem, das Quartier nicht kontextlos zu betrachten. Die kulturellen Nutzungen, etwa im Podewil und die geplante Entwicklung der Alten Münze, die Verkehrsplanung und auch eine Reflexion der Debatten zu Klimanotstand und ökologischem Stadtumbau nach 2016 müssen zusammengedacht werden.

Antje Kapek im Abgeordnetenhaus zu den Planungen am Molkenmarkt

Information des Senats zum Molkenmarkt

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